Angefangen hat Sargbau Herzblut ganz experimentell mit dem Sarg für meine Mutter. Aus gebrauchtem Material. Über die Jahre merke ich: Der Unterschied ist spürbar, eine Urne aus Holz, welches schon irgendeine Bedeutung, einen Zweck hatte, bis hin zum eigenen Lieblingsmöbel. Auf eine geheimnisvolle Weise scheint das recycelte letzte Gefäß den Zugang zu diesem unfassbaren Raum zu erleichtern: das Leben und das Sterben. Mit der Herstellung des gewünschten Sarges oder der Urne biete ich das Gespräch zu diesem großen Thema an. Ich lebe in einer christlichen Lebensgemeinschaft auf dem Land. Für „Mitbauer“ bieten wir Gästezimmer an.
Meine Lust und Bereitschaft, Grenzen zu überschreiten oder zumindest in Frage zu stellen waren für den Anfang maßgebend.Der erste Sarg. Als gelernter Schreiner entstand mein Meisterstück aus Abfallholz.Die Wahrnehmung unseres Lebens im Überfluß an Dingen führte zu einer möglichst konsequenten Machart der Produkte: Särge und Urnen ausschließlich aus Recyclingmaterial/Holz. Durch die Tätigkeit als Berufsschullehrer für Holztechnik habe ich den pädagogischen Zugang zu Menschen eingeübt. Gerade Nichthandwerker begleite ich gerne bei der Herstellung des gewünschten „letzten Gefäßes“.
Leuchtende Augen beim Gegenüber, spontane Begeisterung fürs Produkt und die Idee
Baustellen betrachten, Boule spielen im Verein, Klavier alleine, Klavier und Cello mit meiner Frau, Fahrrad fahren mit meiner Frau mit dem Nebeneinandertandem…
Der eigentliche Wert der Kisten ist das drumherum:
Gegenseitiges Vertrauen, Kontakt auf Augenhöhe und gemeinsames Staunen vor dem Wunder Leben und seine Endlichkeit (das alles in individueller Intensität…)
„Der Tod gehört zum Leben“